Vergleiche Reservationssystem Schweiz Vergleich

Reservationssystem für Restaurants in der Schweiz: der grosse Vergleich 2026

Verfasst von Ludovic Frank Veröffentlicht am 10 Min. Lesezeit
Gastgeberin auf der Terrasse eines Schweizer Restaurants am See, im Hintergrund Berge, mit einem Tablet voller Reservationen in der Hand

Wer in der Schweiz ein Reservationssystem für sein Restaurant sucht, findet einen Markt, der anders funktioniert als in den Nachbarländern: wenige Anbieter, hohe Abopreise und gerade jetzt viel Bewegung. Quandoo stellt den Betrieb ein, die etablierten Schweizer Abos starten bei CHF 115 pro Monat, und echte Gratisversionen sind selten. Übrigens: In der Schweiz heisst die Sache Reservationssystem oder Software für die Tischreservation (in Deutschland: Reservierungssystem), und genau diesen Unterschied merkt man vielen Anbietern in ihren Texten an.

Dieser Vergleich nimmt die relevanten Lösungen für Schweizer Betriebe einzeln durch, mit Preisen, die wir direkt auf den Anbieterseiten geprüft haben (Stand: September 2026). Volle Transparenz vorweg: Dieser Blog gehört zu ViteUneTable, einem Reservationssystem mit dauerhaft kostenloser Version und 0 % Provision. Wir nennen unser eigenes Modell darum genauso offen wie die Schwächen, die es hat.

Das Wichtigste in Kürze: MyLOCALINA ist der einzige etablierte Schweizer Anbieter mit Gratisplan, Lunchgate/foratable hat keinen, aleno nennt gar keine Preise, TheFork rechnet pro vermitteltem Gast ab, und Quandoo nimmt Reservationen nur noch bis zum 30. September 2026 an. ViteUneTable positioniert sich mit einer unlimitierten Gratisversion und Bezahlpaketen ab 29 € exkl. MWST, einem Bruchteil der Schweizer Abopreise.

Was ein Reservationssystem für einen Schweizer Betrieb leisten muss

Bevor die Anbieter drankommen, kurz der Massstab, an dem wir sie messen. Ein modernes Reservationssystem übernimmt vier Dinge: Online-Reservationen rund um die Uhr über Website und Google-Profil, automatische Bestätigungen und Erinnerungen an die Gäste, ein digitales Reservationsbuch für den Service und, je nach Anbieter, Schutzmechanismen gegen No-Shows wie Kartenhinterlegung.

Dazu kommen drei spezifisch schweizerische Punkte:

  • Datenschutz nach revDSG: Seit dem 1. September 2023 gilt das revidierte Datenschutzgesetz, Aufsichtsbehörde ist der EDÖB. Ihr Reservationssystem verarbeitet Gästedaten in Ihrem Auftrag, Sie bleiben verantwortlich. Ein Datenschutzbeauftragter ist für private Betriebe keine Pflicht, saubere Information der Gäste und ein Auftragsverarbeitungsvertrag mit dem Anbieter dagegen schon.
  • Keine Kassenpflicht: Anders als Deutschland (TSE) oder Frankreich kennt die Schweiz keine zertifizierte Registrierkassenpflicht, es gelten nur die allgemeinen Buchführungsregeln des OR. Ein Reservationssystem braucht hier also keinerlei fiskalische Zertifizierung, Sie sind bei der Wahl völlig frei.
  • MWST sauber ausweisen: Seit dem 1. Januar 2024 gelten 8,1 % auf Konsumation vor Ort und 2,6 % auf Take-away (ESTV). Das betrifft nicht das Reservationssystem selbst, wohl aber Ihre Kalkulation, wenn Sie Abopreise vergleichen: Alle Anbieterpreise unten verstehen sich exkl. MWST.

Der Schweizer Markt im Überblick

Gastronom am Holztisch im Büro seines Bergrestaurants, der Offerten und Preislisten verschiedener Anbieter vergleicht, daneben Taschenrechner und Kaffeetasse, Blick auf Alpengipfel
Datierte Preise vergleichen lohnt sich: die Schweizer Abos liegen weit auseinander

Anbieter Modell Preis (Stand: September 2026)
MyLOCALINA Direktreservation Free CHF 0, Standard CHF 120/Monat + CHF 250 Einrichtung
Lunchgate/foratable Direktreservation Basic CHF 115, Professional CHF 180/Monat, jährlich im Voraus
aleno Direktreservation, Premium keine öffentlichen Preise, nur Offerte
TheFork Marktplatz + Software kein öffentlicher CH-Tarif, Presse: ~CHF 139/Monat + CHF 2 bis 4 pro App-Reservation
Zenchef Direktreservation + Zahlungen keine öffentlichen Abopreise, CH-Kartengebühren 3 bis 6 %
Quandoo Marktplatz stellt den Betrieb ein
ViteUneTable Direktreservation Gratisversion unlimitiert, Packs ab 29 € exkl. MWST/Monat

Und jetzt der Reihe nach.

MyLOCALINA: der Schweizer Platzhirsch mit Gratisplan

MyLOCALINA gehört zu localsearch (Swisscom Directories) und bezeichnet sich selbst als Nr. 1 der Schweizer Online-Reservationssysteme. Die Preise sind öffentlich: Der Free-Plan kostet CHF 0 und deckt Zeitfensterplanung, Website-Einbindung sowie Bestätigungen und Erinnerungen per E-Mail ab; der Standard-Plan kostet CHF 120 pro Monat plus CHF 250 Einrichtungsgebühr und ergänzt unter anderem Tischplan-Editor, Reporting und Bereichsverwaltung. Transaktionsgebühren pro Reservation gibt es keine.

Die Stärken sind real: lokale Verankerung, Anbindung an local.ch und search.ch, Texte in echtem Schweizerhochdeutsch. Der Free-Plan ist ein ehrliches Einstiegsangebot und die naheliegendste Schweizer Alternative zu einem Bezahl-Abo. Die Grenze: Sobald Sie Tischplan und Auswertungen brauchen, springt der Preis direkt auf CHF 120 pro Monat, einen Zwischenschritt gibt es nicht.

Lunchgate/foratable: der Zürcher Klassiker ohne Gratisplan

Lunchgate aus Zürich betreibt foratable und veröffentlicht seine Preise transparent: Basic für CHF 115, Professional für CHF 180 pro Monat, jeweils exkl. MWST, als Jahresabo im Voraus bezahlt; SMS kosten CHF 0.09 pro Nachricht, Schnittstellen zu Kasse oder PMS je CHF 50 pro Monat plus CHF 150 Einrichtung. Provision auf Reservationen verlangt foratable keine, einen Gratisplan gibt es aber auch nicht.

Fachlich ist foratable weit vorne: grafischer Tischplan, automatische Tischzuweisung, Anruferkennung, dazu ein eigener No-Show-Report, der die Branche datenmässig überhaupt erst versorgt. Laut diesem Report bleiben im Schnitt 2,2 % der reservierten Tische leer, hochgerechnet über tausend Gäste pro Tag allein bei den über 1'200 angeschlossenen Betrieben (Zahlen von Lunchgate, via Blick, März 2026). Für kleinere Betriebe ist die Hürde weniger die Funktion als das Modell: mindestens CHF 1'380 pro Jahr, im Voraus.

aleno: Premium ohne Preisliste

aleno aus Zürich bedient das obere Segment, bis hin zu Häusern wie dem Badrutt's Palace, und setzt stark auf Gästedaten und Automatisierung. Preise veröffentlicht aleno bewusst nicht: Auf der eigenen Preisseite steht, dass es keine Pakete oder Pauschalpreise gibt, jedes Angebot wird individuell offeriert. Das kann für komplexe Betriebe mit mehreren Outlets passen. Wer aber schlicht wissen will, was ein Reservationssystem kostet, bevor er ein Verkaufsgespräch führt, wird hier nicht bedient. Eine deutschsprachige Dokumentation gibt es, italienisch- oder französischsprachige Teams schauen dagegen in die Röhre.

TheFork: Reichweite gegen Gebühr pro Gast

TheFork (zur Tripadvisor-Gruppe gehörend, in der Romandie als ehemalige LaFourchette bekannt) ist der grosse Marktplatz: App, Gästeprogramm, Rabattkultur mit 20 bis 50 % auf die Karte. Einen öffentlichen Schweizer Preisraster gibt es nicht. Das Westschweizer Wirtschaftsmagazin PME beschrieb das Modell im September 2024 so: rund CHF 139 pro Monat Abo plus CHF 2 bis 4 pro Reservation über die App, ein zitierter Gastronom kam in einzelnen Monaten auf Rechnungen von CHF 1'200. Das sind Pressezahlen, keine offizielle Preisliste, sie zeigen aber die Mechanik: Je besser der Marktplatz für Sie funktioniert, desto mehr kostet er. Für ein Lokal in touristischer Lauflage kann sich das rechnen. Für einen Betrieb mit Stammpublikum ist es eine Gebühr auf Gäste, die auch direkt gekommen wären.

Zenchef: in der Schweiz aktiv, Abopreis auf Anfrage

Zenchef verkauft auch an Schweizer Betriebe und wirbt mit 0 € Provision pro Gedeck. Ein öffentlicher Abopreis für die Schweiz fehlt allerdings, die Planseite nennt nur die Struktur der drei Pläne. Öffentlich ist dafür ein Detail, das man kennen sollte: Für Kartenzahlungen in der Schweiz weist dieselbe Seite je nach Plan Gebühren von 3 bis 6 % aus. Wer Anzahlungen oder No-Show-Gebühren über das System abwickeln will, sollte diese Prozente in die Rechnung aufnehmen, bevor er unterschreibt.

Quandoo: nur noch ein Abschiedsthema

Quandoo stellt den Betrieb ein: Reservationen laufen nur bis zum 30. September 2026, am 31. Dezember 2026 gehen Website, App und Infrastruktur endgültig vom Netz (offizielle Mitteilung). Für betroffene Schweizer Betriebe heisst das: Gästedaten exportieren, Widget und Buchungslinks ersetzen, den Google-Buchungsknopf über den neuen Anbieter neu verbinden. Die Schritte im Detail stehen in unserem Umzugsleitfaden für Quandoo-Betriebe. Wer den Wechsel noch vor sich hat, sollte ihn nicht mehr aufschieben.

Weitere Namen: resmio, Gastronovi, OpenTable

Der Vollständigkeit halber: resmio richtet sich mit seiner Preisliste in Euro primär an den deutschen Markt, eine Schweizer Preisgestaltung gibt es nicht. Gastronovi (Vertrieb in der Schweiz über Partner) führt sein Reservationsmodul auf der offiziellen Preisübersicht für die Schweiz mit 129 CHF pro Monat. OpenTable spielt in der Schweiz nur eine Nebenrolle mit dünner Abdeckung ausserhalb der grossen Städte. Daneben existieren kleinere lokale Werkzeuge, deren Preise sich schnell ändern; prüfen Sie sie im Zweifel direkt beim Anbieter.

Und ViteUneTable? Unser eigenes Modell, offen erklärt

ViteUneTable verfolgt die umgekehrte Logik der Marktplätze: Sie bekommen das Werkzeug, um Reservationen über Ihre eigenen Kanäle anzunehmen, Ihre Website, Ihr Google-Profil, Ihre Social-Media-Auftritte. Das Preismodell ist öffentlich und bewusst einfach:

  • Gratisversion, zeitlich und mengenmässig unlimitiert: Online-Reservationen rund um die Uhr, automatische Bestätigungen per E-Mail und das komplette Reservationsbuch, ohne Provision, ohne Vertragsbindung.
  • Standard-Paket für 29 € exkl. MWST pro Monat: ergänzt automatische E-Mail-Erinnerungen und Reservieren mit Google, Gäste buchen also direkt aus Ihrem Google-Profil.
  • Standard + Anti No-Show für 49 € exkl. MWST pro Monat: ergänzt die Kartenhinterlegung bei der Reservation, den wirksamsten Hebel gegen leere reservierte Tische. Was in der Schweiz rechtlich dazu gilt, von der Konventionalstrafe nach OR bis zur richtigen Kommunikation, steht in unserem Leitfaden zu No-Shows im Schweizer Restaurant.

Zum Vergleich mit dem Schweizer Preisniveau: 29 € exkl. MWST liegen deutlich unter einem Viertel dessen, was foratable Basic (CHF 115) oder MyLOCALINA Standard (CHF 120) pro Monat kosten, und die Gratisversion trägt einen kompletten Reservationsbetrieb ohne Fixkosten. Die Provision liegt auf jedem Plan bei 0 %, dauerhaft.

Seien wir ehrlich, das Modell hat zwei Grenzen. Erstens: ViteUneTable ist kein Marktplatz und bringt Ihnen von allein kein neues Publikum; wer stark von App-Traffic lebt, ersetzt diesen Teil hier nicht. Zweitens: Die Rechnung kommt in Euro, nicht in Franken. Bei den aktuellen Beträgen ist der Währungseffekt überschaubar, aber wer strikt eine CHF-Rechnung von einem Schweizer Anbieter will, ist bei MyLOCALINA oder foratable besser aufgehoben.

So entscheiden Sie richtig: drei typische Situationen

Die richtige Frage ist nicht, welches System das beste ist, sondern woher Ihre Gäste heute kommen:

  1. Ihre Gäste finden Sie über Google, Ihre Website und Empfehlungen: Dann brauchen Sie ein Direktsystem und keine Gebühr pro Gast. Starten Sie mit einer Gratisversion (ViteUneTable oder MyLOCALINA Free), messen Sie drei Monate und zahlen Sie erst, wenn ein konkretes Paket sich rechnet.
  2. Sie leben spürbar von Plattform-Traffic: Dann ist TheFork der relevante Marktplatz, mit offenen Augen für die Kosten pro vermittelten Gast. Bauen Sie parallel Ihren Direktkanal auf, damit die nächste Plattform-Abschaltung Sie nicht trifft; das Quandoo-Ende ist die Mahnung dazu.
  3. Sie führen einen komplexen Betrieb mit Tischplan-Bedarf und Budget: Dann vergleichen Sie foratable Professional (CHF 180), MyLOCALINA Standard (CHF 120) und eine aleno-Offerte, und rechnen Sie die Jahresvorauszahlung und Einrichtungsgebühren in den Vergleich ein.

In allen drei Fällen gilt: Verlangen Sie datierte Preise, prüfen Sie die Kündigungsfristen und exportieren Sie testweise Ihre Gästedaten, bevor Sie sich binden. Ein Reservationskanal, der Ihnen gehört, übersteht jeden Anbieterwechsel.

Häufige Fragen

Was kostet ein Reservationssystem für ein Restaurant in der Schweiz?

Die bezahlten Schweizer Abos liegen zwischen CHF 115 und CHF 180 pro Monat exkl. MWST (foratable Basic bis Professional, MyLOCALINA Standard CHF 120 plus CHF 250 Einrichtung; Stand: September 2026). Gratis starten können Sie mit MyLOCALINA Free oder mit der unlimitierten Gratisversion von ViteUneTable; bei ViteUneTable kosten die optionalen Pakete 29 € beziehungsweise 49 € exkl. MWST pro Monat.

Welches Reservationssystem ist gratis?

Zwei ernsthafte Optionen: MyLOCALINA Free (CHF 0, Basisfunktionen mit E-Mail-Bestätigungen und Erinnerungen) und die Gratisversion von ViteUneTable (unlimitierte Online-Reservationen, Bestätigungen und komplettes Reservationsbuch, 0 % Provision, ohne Vertragsbindung). Fast alle anderen Anbieter im Schweizer Markt starten direkt mit einem Bezahl-Abo.

Braucht ein Reservationssystem in der Schweiz eine Zertifizierung?

Nein. Die Schweiz kennt keine zertifizierte Kassenpflicht wie Deutschland (TSE) oder Frankreich, und für Reservationssysteme existiert ohnehin keine fiskalische Vorgabe. Achten müssen Sie stattdessen auf den Datenschutz: Das revDSG gilt seit dem 1. September 2023, Sie bleiben für die Gästedaten verantwortlich und brauchen mit dem Anbieter einen Auftragsverarbeitungsvertrag.

Was bedeutet das Quandoo-Ende für Schweizer Restaurants?

Quandoo nimmt Reservationen nur bis zum 30. September 2026 an und schaltet die Plattform bis zum 31. Dezember 2026 vollständig ab. Betroffene Betriebe sollten ihre Gästedaten exportieren, das Widget auf der Website ersetzen und den Google-Buchungsknopf über den neuen Anbieter neu verbinden, solange der Partnerbereich erreichbar ist.

Marktplatz oder Direktreservation: was passt zu meinem Betrieb?

Ein Marktplatz wie TheFork verkauft Sichtbarkeit und verrechnet dafür Gebühren pro vermittelten Gast. Ein Direktsystem nimmt Reservationen über Ihre eigenen Kanäle an, zum Fixpreis oder gratis. Faustregel: Je mehr Stammgäste und je besser Ihr Google-Profil, desto weniger brauchen Sie den Marktplatz. Viele Betriebe fahren zweigleisig, sollten den Direktkanal aber immer selbst besitzen.

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